5. Dezember 2018
Comarch ist ein weltweiter Anbieter von IT-Lösungen für den Mittelstand, größere Unternehmen, kleine Betriebe, Banken & Versicherungen, Telekommunikation sowie Healthcare. Das Unternehmen ist ein immatrikuliertes Mitglied in zwei Center im Cluster Smart Logistik. Warum und wie sich Comarch auf dem RWTH Aachen Campus engagiert, erfahren Sie im Interview mit Philipp Erdkönig, Leiter Strategisches Produktmanagement bei Comarch.

Was hat Sie motiviert, sich im Center Enterprise Resource Planning und im Center Connected Industry im Cluster Smart Logistik zu immatrikulieren? Und warum gleich in zwei Centern?

Der große Vorteil, den wir in der Kooperation mit den Centern sehen, ist die Möglichkeit, unsere Lösungen rund um das Internet of Production noch besser auf die Anforderungen des Mittelstandes zuzuschneiden. Um Lösungen zu entwickeln, die den Mittelstand nachhaltig vorwärts bringen, müssen wir uns mit ähnlich denkenden Unternehmen zusammentun, um gemeinsam das zu schaffen, was der deutsche Mittelstand braucht: Technologie, die man sich leisten kann, sowie Software-Lösungen, die dabei helfen, die digitale Transformation in den Unternehmen voranzubringen.

Die Immatrikulation in zwei Centern ist dadurch bedingt, dass wir uns derzeit in zwei Projekten engagieren:

In dem Projekt RTLS 3.0 – RTLS steht für Realtime Location System – entwickelt Comarch gemeinsam mit anderen ERP- und Technologieanbietern einen Demonstrator zur Veranschaulichung von Industrie 4.0 Potenzialen. Durch die Kopplung von Comarch ERP mit einem Echtzeitlokalisierungssystem, kann eine bewegungsbasierte, automatische Rückmeldung der Prozessschritte erfolgen. Dadurch können Fehler vermieden und der Anteil wertschöpfender Tätigkeit erhöht werden.

In dem zweiten Projekt Future Logistics, das sich gerade in der Anlaufphase befindet, befassen wir uns unter anderem mit dem Thema der durchgängigen Nachverfolgung von Teilen und Ladungsträgern entlang der Wertschöpfungskette. Ziel ist es dabei, mittels innovativer IoT-Technologien von Comarch, wie zum Beispiel Bluetooth-Beacons, eine kostengünstige Alternative oder Ergänzung zu gängigen Asset Tracking-Systemen aufzuzeigen. Derartige Lösungen kommen dort zum Einsatz, wo Werkstücke oder Werkzeuge nicht auf den Zentimeter genau lokalisiert werden müssen, aber die Positionsangabe in breiter gefassten Zonen in der Werkshalle oder auf Transportmitteln ausreicht. Die Lösungen von Comarch sind damit essentieller Baustein eines agilen, vernetzten Logistiksystems. Mit diesem können Produzenten direkt verfolgen, wo sich Zulieferteile im Zulauf auf die eigene Fertigung befinden. Bei Verspätungen kann so umgehend umgeplant und der Gesamtablauf optimiert werden.

Die Zusammenarbeit mit unseren Centern steht auch für Geschwindigkeit und schnelle Umsetzung. Über welches Highlight in der Zusammenarbeit seit Jahresanfang freuen Sie sich am meisten?

Über die erfolgreiche und schnelle Umsetzung des RTLS-3.0-Projekts. Wir sind ja sozusagen als Quereinsteiger in das RTLS-Projekt dazugekommen und mussten erst einmal die letzten zwei Projektschritte aufholen, um im ERP-Lab eine umfassende Lösung zu schaffen. Dank der intensiven Unterstützung von Seiten der Center-Mitarbeiter ist uns dies bis zu den ERP-Tagen im Sommer auch gelungen. Ein herzliches Dankeschön hierfür nochmal an Svenja Marek und Ernst-August Stehr.

Und welche mittel- bzw. langfristigen Vorteile sehen Sie in der Kooperation?

Den Vorteil, hier unseren eigenen Horizont zu erweitern, um neue Wege zu gehen und Partner zu finden, mit denen wir diesen Weg beschreiten können. Wie gesagt, wenn jeder Technologieanbieter, egal ob für Software oder Hardware, nur sein eigenes Süppchen kocht, wird die digitale Transformation in den Unternehmen irgendwann eingebremst – spätestens, wenn sich herausstellt, dass die vielen einzelnen Komponenten kein großes Ganzes bilden. Hier sehe ich den größten Mehrwert einer Zusammenarbeit in den Centern für alle Beteiligten.

Was sagen Ihre Kunden zu Ihrem Engagement auf dem RWTH Aachen Campus?

Man nimmt unser Engagement sehr positiv auf. Wir kommunizieren die Kooperation auch sehr intensiv, da wir sie als starkes Symbol für unsere Innovationsfähigkeit sehen. Vor Kurzem haben wir auch damit begonnen, unsere Kunden und Interessenten aktiv hier auf den RWTH Aachen Campus einzuladen, damit sie sich selbst ein Bild davon machen können, welchen Mehrwert die Technologie für die Wirtschaft schaffen kann.

Was raten Sie vergleichbaren Unternehmen, die noch zögern, sich zu immatrikulieren?

Wenn Sie das Know-how und die Technologie haben, etwas beizutragen, führt wohl kein Weg an einer Immatrikulation vorbei – das Cluster Smart Logistik ist der „Place to be“.

Engagement von Comarch auf dem RWTH Aachen Campus