16. Juli 2019
Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Armin Laschet eröffneten heute Vormittag Michael Mronz, CEO Rhein Ruhr City GmbH, und Professor Günther Schuh, CEO RWTH Aachen Campus GmbH & e.GO Mobile AG, den Kongress METROPOLITAN CITIES, der zum 2. Mal in Aachen vom 16. bis 17 Juli 2019 stattfindet. Unter dem Dach der Initiative METROPOLITAN CITIES entwickeln die Kongress-Veranstalter Rhein Ruhr City 2032 und das Cluster Smart Logistik auf dem RWTH Aachen Campus eine Plattform, um in einem vernetzten Ökosystem die Voraussetzungen zu schaffen für eine mögliche Bewerbung der Metropolregion Rhein-Ruhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2032.

Bei der möglichen Bewerbung setzt dessen Initiator Mronz auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Gleichzeitig müsse die Initiative kalkulierbar für Städte, Land und Bund sein und eine sinnvolle Nachnutzung der Sportstätten und anderer Infrastruktur ermöglichen. Ziel ist laut Schuh, die Konvergenz der Einzelaktionen herzustellen und so ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Besonders sei daran – und dem Erfolg sicher zuträglich – dass es einen Endtermin gebe, dies sei wichtiger für das Gelingen als ein Starttermin.

Metropolitan Cities schafft Wir-Denken, NRW als Region denken

Laut Mronz herrsche in der Gesellschaft eine neue Offenheit für nachhaltige Themen. Dabei kommt es darauf an, nicht für, sondern durch die Olympischen und Paralympischen Spiele die Vernetzung und Mobilität der Region zu stärken und so an NRW als Region zu denken. Dass es dabei auch um Schnelligkeit geht, belegt die Tatsache, dass die Versteigerung der 5G-Lizenzen in Deutschland 87 Tage dauerte. Im gleichen Zeitraum wurden in China 41.000 5G-Antennen aufgebaut. Helfen dabei könnten Start-ups, von denen rund 80 beim Kongress vertreten sind.

In seinem Vortrag „Metropolitan Cities als Innovationsmotor für das Land Nordrhein-Westfalen“, bestätigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet die Notwendigkeit des Wir-Gefühls, um die anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Ambitionierte Ziele, etwa die Energiewende, der Wandel in der Automobilindustrie und unter dem Einfluss zahlreicher äußerer Faktoren wie der Auflösung klassischer Bündnisse
und dem daraus resultierenden Aufbrechen bewährter Lieferketten erfordern konsolidiertes Handeln. Der Strukturwandel kann nur gelingen, wenn „alte“ Produktionsformen und Start-ups kollaborieren. Die Herausforderungen sind also auch ohne Olympische Spiele schon groß genug, dennoch sei die Idee im Sinne eines gemeinsamen Ziels „toll“. Auf die Frage, wie das gehen soll, gibt der Kongress insofern Antworten, als gemeinsam an einer Vision 2032 gearbeitet wird. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) fordert nachhaltige Spiele und anschließend keinen Leerstand. Mit den verfügbaren Sportstätten und der großen Sportbegeisterung bietet Rhein-Ruhr gute Voraussetzungen für die Bewerbung, die gemäß IOC nun auch von Regionen, nicht mehr nur von Städten, eingereicht werden sollen. Es braucht differenzierte Konzepte und ein tragfähiges Ökosystem für Innovationen und METROPOLITAN CITIES sei ein Teil dessen, so Laschet.

Georges Massing, Vice President Digital Vehicle & Mobility, Daimler AG, „Digital Vehicle & Mobility“ zeigte, dass Mobilitätskonzepte keine Zukunftsmusik mehr sind. Die Mobilitätswende passiert jetzt. Diese Entwicklung ändert auch die Rolle der Automobilhersteller. Mobilität bedeutet nicht nur Autofahren, sondern muss alle Aspekte der Bewegung berücksichtigen. Massing verdeutlicht dies am CASE-Konzept: Connectivität für die möglichst einfach Bewegung im öffentlichen Raum, Autonom für sicheres, geregeltes Fahren im flüssigen Verkehr, der Aspekt Shared & Services berücksichtigt insbesondere die Ansprüche der jüngeren Generation und Elektromobilität unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes.

Die wichtigste technologische Basis ist dabei die Car-to-X-Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Menschen, Infrastruktur und Umwelt, die den Aufbau eines logistischen Netzes ermöglicht, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Zur Umsetzung der erforderlichen Rahmenbedingungen ist die partnerschaftliche Kommunikation mit Städten und Kommunen unerlässlich. Der Mensch steht dabei stets im Mittelpunkt. Er kann innerhalb eines Ökosystems individuell aus einem Angebot unterschiedlicher Bewegungsmittel und verschiedener vernetzter Services wählen. Die Daimler AG sieht sich in diesem Zusammenhang nicht mehr nur als reiner Autohersteller, sondern als kompletter Mobilitätsanbieter.

Leuchtturmprojekte statt Kirchturmdenken

Dr. Donatus Kaufmann, Vorstand Recht & Compliance, thyssenkrupp AG, proklamierte in seinem Vortrag „Ideen für eine Region im Wandel: Was können Metropolitan Cities von multinationalen Unternehmen lernen.“ Innovationen entstehen für ihn durch kluge Vernetzung und die gemeinschaftliche Zusammenarbeit auf ein Ziel hin. Innovationen entstehen an Schnittstellen. Für die Kommunen ist es dabei wichtig, den Wettbewerb untereinander hinter sich zu lassen, um die Metropole Rhein-Ruhr gemeinschaftlich im internationalen Wettbewerb zu stärken. Die Metropolregion Rhein-Ruhr selbst sieht er dabei als Experimentallabor, ein Innovationscluster geprägt von Wissen, Forschung, New Business Models, Start-Ups und Innovationen. Die olympischen Spiele 2032 werden alle an der Entwicklung der Metropolregion Beteiligten näher zusammenbringen und beschleunigen durch eine gemeinsame, klare Zielsetzung den Prozess der Innovation. Groß denken ist die Schlagrichtung für das Vorwärtskommen. Dazu müssen vielerorts Einstellungen, Mentalität und Verhaltensweisen geändert werden.

Dr. Christian Becker, Vorstand, STAWAG Stadtwerke Aachen AG, demonstrierte in seinem Vortrag „Der Weg zu CO2-neutralen Metropolen“ wie der Aachener Energieversorger schon heute erfolgreich Lösungen zur Nutzung alternativer Energien zur Erzeugung von Strom, Energie und Wärme umsetzt. Dazu gehören beispielsweise onshore-Windenergie, Pumpspeicherwerke und das Projekt Hydrogen Economy Power-to-X auf dem Campus Melaten. Die größte Herausforderung sieht er in der Umsetzung des Klimaschutzes als globales Ziel. Für das Vorhaben, den CO2-Ausstoß innerhalb der nächsten 10 Jahre deutlich zu minimieren, muss die Energie den größten Beitrag leisten. Essenziell für einen effektiven Klimaschutz ist laut Becker nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch die optimierte Sektorkopplung von Strom, Wärme und Verkehr. Viele Technologien sind hier schon ausgereift und auch wirtschaftlich erfolgreich, andere, wie Speicher- und Wasserstofftechnologien erfordern noch erhebliche Investitionen. Die Stadtwerke Aachen sind hier bereits gut aufgestellt. Ihre Nähe zur Stadt Aachen und die intensive Zusammenarbeit beschleunigen auch hier den Erneuerungsprozess.

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Günther Schuh, CEO RWTH Aachen Campus GmbH & e.GO Mobile AG, gab in seinem Vortrag „Mobilitätswende: Transformation von Metropolitan Cities“ einen Rückblick auf die Veranstaltung im vergangenen Jahr und konstatierte gute Fortschritte. Das Ziel sei nun klarer, ebenso der Handlungsrahmen was geht und was nicht.

Die Digitalisierung ist für Schuh erster Treiber der Nachhaltigkeit. Sie optimiert die durch die Industrialisierung entstandene Überproduktion und die suboptimale Auslastung von Ressourcen durch eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit von Angeboten, indem sie das, was wer, wann und wie benötigt zur Verfügung stellt. Besonders deutlich wird dies im Hinblick auf die Mobilität als eine der größten sozialen Errungenschaften. Hierbei betont Schuh, dass das Auto hinsichtlich der zukünftigen Mobilität nicht das Problem, sondern Teil der Lösung sei. Als Transportmittel mit großer sozialer Bedeutung muss es beibehalten werden. Allerdings sollte es zukünftig als Teil einer intelligenten, emmissionsfreien Mobilität in ein Gesamtkonzept eingebunden werden. Die Mobilität muss sich auf den Bedarf des Kunden einschwören. So kann beispielsweise Ridesharing den ÖPNV ergänzen, mehr Kapazität durch Erhöhung der Anzahl von Bushaltestellen geschaffen werden, eigene Fahrbahnen für Pedelecs, E-Scooter und Fahrräder für den besseren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit für Fußgänger sorgen. Die Einrichtung von Mobility Hubs sorgt darüber hinaus eine verbesserte Straßennutzung, eine lückenlose Verkehrsanbindung und die Entlastung von Ballungsräumen.

Die Mobilität der Zukunft braucht eine Infrastruktur, die dem neuen autonomen Fahren hilft. Schuh sieht dabei die Notwendigkeit für ein Regulativ aus Normen für die autonome Mobilität. Die Modell-Region Rhein-Ruhr ist dafür das ideale Experimentier-Umfeld und bietet darüber hinaus noch etwas Besonderes: Mit Olympia 2032 einen festen Termin.

Zu Start-ups äußerte sich Carsten Maschmeyer, CEO Maschmeyer Group, und stellte fest, dass für den Erfolg Mut, Durchhaltevermögen und Optimismus die wichtigsten Voraussetzungen seien. Gründen bedeutet ständiges Lernen und braucht eine gesunde Selbstreflexion. Für Investoren sei die wichtigste Frage wer sind bzw. wo fehlen die richtigen Leute. In dem Kontext spielt ein funktionierender Vertrieb eine entscheidende Rolle: Erfolg hat nicht das Unternehmen mit dem besten Produkt, sondern dasjenige mit dem besten Vertrieb und der ist gleichzeitig die gelungenste Finanzierung. Ob eine Firma am Ende erfolgreich ist, entscheidet nur ein Boss und das ist der Kunde. Misserfolg ist zumeist begründet in falschen Teams oder falscher Personalauswahl sowie dem zu späten Einsatz einer C-Level-Ebene. Letztlich basiere der Erfolg auf der Auswahl der richtigen Mitarbeiter, „you are who you hire“ betont Maschmeyer die Bedeutung von Mitarbeitern für den Erfolg eines Unternehmens.

Im Anschluss an Maschmeyers Speech präsentierten sich ausgesuchte Start-ups auf der Bühne. Ein Diskussionspanel im Themenblock „People & Mobility“ beschloss den Vormittag. Sechs Referenten aus den Sparten Forschung, Medien, Mobilität nahmen hier Stellung zu drängenden Fragen der zukünftigen Mobilität.

Akzeptanz neuer Mobilitätsformen und Beschleunigung des Wandels

Bei der Frage danach, wie der Mindshift von der individuellen Mobilität hin zu alternativen Formen gelingt, waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass Individualmobilität einerseits nicht verteufelt werden dürfe, es aber andererseits ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternativen geben müsse. In vielen Fällen ist hier noch die Politik zur Schaffung bzw. Modernisierung der Rahmenbedingungen aufgerufen. Christoph Weigler von Uber verdeutlichte das am Beispiel des Pooling, das in Deutschland nicht erlaubt ist, aber für eine sinnvolle Ressourcennutzung und einen lückenlosen Verkehrsfluss erforderlich sei. Auch Kilian Schmidt, TIER Mobility GmbH, stimmte dem zu und sieht hier in erster Linie die Anbieter gefordert, die Attraktivität ihres Produkts zu gewährleisten und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen Lösungen zu entwickeln. Dabei wies er darauf hin, dass für einen Umstieg viele Regularien sinnvoll und notwendig seien, die Hürden aber nicht zu hoch sein dürften.

Konsens herrschte – wie auch schon in den Vorträgen des Vormittags – im Panel darüber, dass die Partnerschaft zwischen etablierten Anbietern, Start-ups und Kommunen eine echte Chance für die Akzeptanz neuer Mobilitätsformen und die Beschleunigung des Wandels darstellt. Darüber hinaus spielt auch das geänderte Umweltbewusstsein der Bürger einer beschleunigten Mobilitätstransformation in die Karten.

Achim Berg, Präsident Bitkom, betont in seinem Vortrag „Die Zukunft gestalten: intelligent, vernetzt, innovativ“ die Wichtigkeit von Innovationen, die seiner Ansicht nach immer an Schnittstellen entstehen. Daher sieht Bitkom vor allem in Startups wichtige Treiber für den Fortschritt in Digitalisierung, Vernetzung und Mobilität. Durch komplizierte Verwaltungsregularien laufen Veränderungsprozesse heute noch viel zu langsam. Darüber hinaus muss auch das Bildungssystem an Schulen und Universitäten in Hinblick auf anwendbare Lerninhalte weiter optimiert werden. Der von ihm kritisierte mangelnde praktische Ansatz ist laut Berg eine der Ursachen für derzeit mehr als 82.000 offene IT-Stellen. Damit der Innovationsprozess in Deutschland in Schwung kommt, fordert Berg die Politik zur Schaffung der Rahmenbedingungen auf, wie z.B. die Abschaffung des bürokratischen Aufwands in der Finanzierung neuer Geschäftsideen und Investitionen in tatsächliche Maßnahmen statt in die Bildung von Kommissionen.

Felix Lee, Overseas Managing Director, EHang Holding präsentierte Lösungen und Anwendungsfälle für den urbanen Luftverkehr mit Drohnen, darunter die Lieferung von Paketen, Briefen aber auch Essensbestellungen im Privatbereich. Auch Günter Troy, Marktverantwortlicher Deutschland, Doppelmayr Seilbahnen GmbH, präsentierte entlang seines Vortrags „Die Seilbahn als ergänzende Mobilitätslösung im urbanen Raum“ Einsatzmöglichkeiten und die Vorteile von Seilbahnen zum Personentransport in wachsenden Städten, in denen die Mobilität und damit Staus zunehmen, der ÖPNV überlastet ist und die Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Emissionen und Feinstaub zunimmt. „Seilbahn und Olympia verstehen sich sehr gut,“ schließt er seinen Vortrag in Richtung der Initiative Metropolitan Cities.

Thorsten Dirks, Mitglied des Vorstands, CEO, Deutsche Lufthansa AG geht in seinem Vortrag „Intermodalität ermöglichen und die gesamte Reisekette abdecken“ auf die veränderten Kundenanforderungen ein, die neue Dienste erfordern. Wie auch andere Mobilitätsunternehmen findet auch bei der Lufthansa eine Wandlung des Geschäftsmodells vom Air Flow zum Data Flow statt. Hohe Datenverfügbarkeit und leistungsfähige Systeme begünstigen diesen Veränderungsprozess. Das Modell zielt auf Convenience ab, umfasst die komplette Reisekette, die als wiederkehrende Schleife verstanden wird. Innerhalb dieses Prozesses werden neben dem eigentlichen Flug auch alle anderen Leistungen abgedeckt, um von A nach B zu kommen. Die Umsetzung digitaler Prozesse geschieht in einem eigenen Lufthansa Innovation Hub und bindet komplementäre Partner wie z.B. Taxiunternehmen, Hotels etc. ein. Ziel ist es, die Convenience für den Kunden durch Buchungen aus einer Hand und – wie bei amazon Prime – mit einem Click vollziehen zu können.

Superregionen bieten Wachstum, Arbeitsplätze und Produktivität

Im letzten Themenblock des Tages „Cities and regions: Scalable Solutions“ startet Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender RWE AG, und geht in seinem Vortrag „Energiewende und sichere Stromversorgung: Damit die Industrie an Rhein und Ruhr weiter Zukunft hat“ der zukünftigen Stromversorgung der Industrie in Regionen nach. Strom ist Zukunftsenergie, die sicher bleiben und sauberer werden muss. Der Ausstieg aus der Braunkohle und der Atomkraft ist Kraftakt und Chance zugleich. RWE ist darauf eingestellt, den Wandel zu gestalten. Für den Um- und Zubau erneuerbarer Energien müssen laut Schmitz drei wesentliche Rahmenbedingungen geschaffen werden:

  1. Zur Netzentlastung und Versorgung mit sauberem Strom muss Raum für Solar- und Windkraftanlagen zur Verfügung stehen. Die Genehmigungsverfahren für die Anlagenerrichtung müssen beschleunigt werden.
  2. Strom muss sicher sein: So lange alternative Energien wetterabhängig sind, müssen sie mit konventionellen Systemen gestützt werden. Wichtiger Taktgeber für mehr erneuerbare Energie ist der Netzausbau. Der Strom muss dort ankommen, wo er gebraucht wird.
  3. Strom muss bezahlbar bleiben, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern.

Rolf Buch, Vorsitzender des Vorstands, Vonovia SE, widmet sich in seinem Vortrag „How to best connect economies to create a powerful metropolitan city region“ der anhaltenden Nachfrage nach Wohnraum. Demografischer Wandel und Zuwanderung sind große Herausforderungen für das zukünftige Wohnen. Die Urbanisierung wird weitergehen, die Mehrheit der Bevölkerung wird in Städten leben. Der Wohnungswirtschaft bietet sich die Chance, zum Klimaschutz beizutragen und für bezahlbares Wohnen zu sorgen. Als wichtigste Aufgabe für das „Quartier der Zukunft“ sieht Buch die Vernetzung aller Klimaschutzmaßnahmen und den Angang der Energiewende auf allen Ebenen. Viele Einzelmaßnahmen wie Nahwärme, Energie aus grünen Quellen, Gebäudebegrünung sind dazu schon in der Umsetzung. Die Vision ist, Wohnquartiere zu vernetzten, digitalen Ökosystemen zu entwickeln und das Zusammenspiel aller Einzelmaßnahmen für neue Geschäftsmodelle und Partnerschaften zu nutzen. Voraussetzung ist auch hier die Schaffung der Rahmenbedingungen, besonders die Beschleunigung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren.

Joanna Rowelle, Arup, Director, Integrated City Planning berichtet in ihrem Vortrag “How to best connect economies to create a powerful metropolitan city region” über ihre Erfahrungen in der Entwicklung von Superregionen. Dabei geht es um inklusives Wachstum, gutes Leben, gute Arbeitsplätze und Produktivität. Es gilt, eine gute Infrastruktur mit Energiesystemen zu vernetzen. Olympische Spiele sind für Regionen von Vorteil, weil sie einen Startpunkt für die Stadtentwicklung als Wachstumsgeschichte setzen können. Hinzu kommt der Stolz in der Bevölkerung, die Aufwertung von Gegenden, die bis dahin als unattraktiv wahrgenommen wurden, und die spätere Nutzung der neu entstandenen Infrastruktur.

Den Abschluss des ersten Tages bildete Götz Erhardt, Managing Director – Resources Industries, Accenture GmbH, mit seinem Vortrag „Innovation X.0: Entwicklung digitaler Innovationen für Metropolitan Cities“. Er nannte die Energiewende, Nachhaltigkeit und Mobilität als Trends urbaner Entwicklung. Als Beratungsunternehmen stellte er die zentrale Frage: Wie kann mehr mit weniger Energie- und Materialeinsatz schaffen? Dabei stellte er heraus, dass neue Geschäftsmodelle gefragt sind, deren Bausteine ein neues Wertversprechen und Effizienz beinhalten müssen.

Zum Kongress: Der Kongress läuft noch bis Mittwochabend. Bei Facebook ist ein Livestream von der Mainstage abrufbar. Weitere Speaker sind u.a. Annegret Kramp-Karrenbauer, Dr. Rolf Martin Schmitz, Rolf Buch, Hannes Ametsreiter, Thorsten Dirks, Andreas Pinkwart und Hendrik Wüst. Das gesamte Programm und weitere Informationen findet man auf der Website.

„METROPOLITAN CITIES“ soll Nordrhein-Westfalen zur Modellregion machen

Für den Aachener Professor Dr. Günther Schuh führen aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklungen zu einer stärkeren Digitalisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche. Für die rasanten Entwicklungen visionärer und radikaler Evolutionen in der Mobilität sind die Rahmenbedingungen in der aktuellen Lebenssituation jedoch noch nicht ausreichend geschaffen.

„Digitalisierung und Vernetzung kennen keine Grenzen, deswegen können keine Kommune, kein Landkreis und kein Unternehmen Lösungen isoliert erarbeiten. Wenn wir das Kirchturmdenken aufbrechen, nicht in „Ich“, sondern in „Wir“ denken und als europäischer Player auftreten, haben wir die historische Chance, die großen Zukunftsthemen und Exportschlager in spe und als First Mover anzugehen und auf andere Regionen zu übertragen“, erklärt Michael Mronz.

Dadurch sollen smarte Technologien entwickelt werden, die die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verbessern. Die Initiative Rhein Ruhr City 2032 wird mit der olympischen Idee dabei zum Vehikel. Ein gemeinsames Handeln der „Metropolitan Cities“ dient als Beschleuniger für den Prozess des gemeinsamen Wachstums und des Zusammenwachsens der Region mit ihren zehn Millionen Einwohnern.

Das Cluster Smart Logistik auf dem RWTH Aachen Campus und die von Unternehmer Michael Mronz gegründete Rhein Ruhr City GmbH veranstaltet den ab sofort jährlich stattfindenden Top-Kongress zu spannenden Zukunftsfragen der digitalen und vernetzten Mobilität. Mit dem Kongress wird eine Plattform für Vordenker aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geschaffen, auf der die drängendsten Herausforderungen der Metropolregion Rhein-Ruhr diskutiert und gelöst werden sollen.

Unterstützt wird METROPOLITAN CITIES zudem von den Unternehmen Allianz, Daimler, Evonik, RWE, Sharea, STAWAG und Vodafone als offizielle Partner des Kongresses.

 

Kontakt:

Kai Meester
Rhein Ruhr City GmbH
Im Welterbe 10
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Mail: press@rheinruhrcity.com