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KI-gestütztes Wissensmanagement: Mensch, Technik & Organisation

Wissen nicht suchen, sondern nutzen

Servicemitarbeitende in Industrieunternehmen verbringen im Schnitt die Hälfte ihrer Arbeitszeit damit, Informationen zu suchen und zusammenzutragen. Und nicht damit, Probleme zu lösen. Der Engpass liegt dabei selten in fehlenden Daten, sondern darin, dass vorhandenes Wissen nicht strukturiert, nicht auffindbar oder nicht nutzbar ist.

Lukas Bruhns, Centerleiter des Service Performance Centers (SPC) aus dem Cluster Smart Logistik, angebunden an das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen, hat sich mit seinem Team in dem einjährigen Communityprojekt “KI-gestütztes Wissensmanagement“ mit dieser Frage beschäftigt: Wie lässt sich Wissensmanagement in Industrieunternehmen mit KI-Unterstützung so gestalten, dass es im Arbeitsalltag tatsächlich funktioniert? Am 28. April stellt das SPC die Ergebnisse dieses Projekts im Rahmen von F&E ONSITE! vor – einem Format, das Unternehmensvertreter einlädt, Forschungsthemen vom Campus Melaten direkt kennenzulernen.

Wo Wissensmanagement in der Praxis stockt

Der Markt für Wissensmanagement-Lösungen ist unübersichtlich: Standardlösungen versprechen schnelle Ergebnisse, stoßen aber oft an Grenzen, sobald individuelle Prozesse, Datenstrukturen oder Sicherheitsanforderungen ins Spiel kommen. Eigenentwicklungen bieten mehr Kontrolle, binden aber Ressourcen und setzen interne Kompetenzen voraus. Bei F&E ONSITE! erhalten Sie eine strukturierte Entscheidungsgrundlage, auf Basis eines systematischen Vergleichs von Lösungsansätzen und konkreten Erfahrungen aus der Praxis, nicht auf Basis von Anbieterversprechen.

Wissensmanagement scheitert im technischen Service selten an fehlendem Willen. Es scheitert an unzureichender Dokumentation, Versionskonflikten, fragmentierten Systemlandschaften und implizitem Wissen, das nirgendwo erfasst ist. Wer versteht, wo diese Engpässe typischerweise entstehen – bei Fehleranalyse, Fehlerbehebung, Inbetriebnahme, Training oder Service-Vertrieb – kann im Abgleich mit der eigenen Situation einschätzen, wo der realistische Einstiegspunkt liegt.

Eine erste strategische Orientierung für die eigene Organisation

Die entscheidenden Fragen bei der Einführung von KI-gestütztem Wissensmanagement sind selten technischer Natur. Welche Daten liegen wo? Für welche Arbeitsschritte ist der Einsatz von KI-gestütztem Wissensmanagement sinnvoll? Wie werden Mitarbeitende eingebunden, ohne dass das System als Fremdkörper wahrgenommen wird? Im Workshop-Teil der Veranstaltung identifizieren die Teilnehmenden gemeinsam mit Lukas Bruhns und Projektmanager Jan-Philipp Nickel Anwendungsfelder und leiten funktionale Anforderungen an ein KI-gestütztes Wissensmanagementsystem ab. Das Ergebnis, eine priorisierte Grundlage für die Umsetzung konkreter KI-Funktionalitäten auf ihre Organisation zugeschnitten, bietet einen Ausgangspunkt für weitere Gespräche im anschließenden Networking-Teil.

Die Veranstaltung richtet sich an Entscheidungstragende und Fachverantwortliche aus Industrieunternehmen, die sich mit der Einführung oder Weiterentwicklung von Wissensmanagement befassen. Angesprochen sind außerdem diejenigen, die operativ mit den Grenzen bestehende Wissenssysteme konfrontiert sind: Zu langen Suchzeiten, verteilten Informationsquellen oder Abhängigkeit von einzelnen Expert*innen. Vorkenntnisse in KI sind nicht erforderlich.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 24. April unter diesem Link möglich. Die Veranstaltung findet im Cluster Smart Logistik am Campus-Boulevard 55 statt.

Über F&E ONSITE!

F&E ONSITE! ist ein gemeinsames Format des Service Performance Centers, der AGIT Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer und der RWTH Aachen Campus GmbH. Die Reihe richtet sich an Unternehmensvertreter*innen, die konkrete Einblicke in laufende Forschungsthemen suchen, ohne Umwege über Konferenzen oder Publikationen.