RWTH Industry AIxChange: KI mit Praxisanschluss
Dialog statt Monolog: Wo Innovation in die Praxis geht
„Deutschland hat großen Nachholbedarf bei der praktischen Umsetzung von KI.“ Mit dieser offenen Einschätzung eröffnete Prof. Wil van Aalst, international renommierter KI-Forscher und Lehrstuhlinhaber für Process and Data Science an der RWTH Aachen, gemeinsam mit Dr. Julia Mann die Veranstaltung. Nicht als Kritik, sondern als Einladung zur Kooperation. Doch genau darin liegt die Stärke des RWTH Aachen Ökosystems: Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten hier im engen Schulterschluss. Die Wege sind kurz, die Ansprechpartner*innen sind auf Augenhöhe und der fachliche Austausch ist eng.
Der RWTH Industry AIxChange richtete sich exklusiv an Industriepartner aus dem Ökosystem des RWTH Aachen Campus, dem KI-Center und dem Exzellenzcluster Internet of Production und bot damit den optimalen Rahmen für einen fachlichen und offenen Austausch. Das wurde auch beim „Marketplace“ deutlich, wo 14 Center und Institute ihre aktuellen Projekte präsentierten. Darunter die WBA Aachener Werkzeugbau Akademie, das Center Integrated Business Applications (CIBA), und das Center Data Intelligence in Operations (DIO) sowie das Service Performance Center (SPC), das Industrie 4.0 Maturity Center (I40MC), das Telemedizinzentrum und das Invention Center.
Ein weiterer Aussteller war das Center Smart Assembly, das mit einem veranschaulichte, wie KI zur Optimierung vom Montageprozessen eingesetzt werden kann. Gezeigt wurde eine Anwendung, bei der eine KI-basierte Computer Vision Software Montageprozesse anhand von Daten analysiert. Die KI wurde dabei nur mit synthetisch generierten Bilddaten trainiert, um die Zeit bis zum Einsatz der KI zu reduzieren. Das Ziel: Erkennen und aufnehmen von Montageprozessen erfahrener Mitarbeiter, um daraus automatisiert Montageanleitungen abzuleiten. Das Anlernen wird dadurch beschleunigt, im implizites Wissen kann in Zeiten des Fachkräftemangels festgehalten werden. Entwickelt wurde die Anwendung im Forschungsprojekt AGASTIK unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Teil eines größeren Ganzen: Die Aachener KI-Woche
Der RWTH Industry AIxChange war ein Baustein der Aachener KI-Woche, die Forschende, Industrie in und um Aachen zusammenbringt, um die Spitzenforschung im Bereich Künstliche Intelligenz an der RWTH zu präsentieren, Schlüsselakteure aus Wissenschaft und Industrie zu vernetzen, KI-bezogene Themen mit den Bürger*innen zu diskutieren und die nächste Generation über KI aufzuklären. An der RWTH forschen aktuell rund 90 Arbeitsgruppen zu KI-relevanten Themen – ein weiterer Beleg für die Breite und Tiefe der Aktivitäten. Dabei geht es nicht nur um technologische Exzellenz, sondern um konkrete Antworten auf drängende Fragen der Industrie. Und darum, wie man aus guter Forschung marktreife Anwendungen macht. Gemeinsam, strukturiert und mit direktem Nutzen für Unternehmen.